ommissär Franz Fritz 1990 - 1992
   

geboren am 15. Juni 1942 in Tamsweg

verheiratet seit 29. Juli 1964 mit Marianne, geb. Dorfer

Beruf: Steinmetzmeister
Kinder:
Gabriele, Brigitte und Andrea

1990

Andingen: Den ganzen Sommer über wurde schon wegen eines neuen Kommissärs der ja am 1. Jänner gewählt wird gesprochen. Es waren mehrere Kandidaten im Gespräch. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, alle Kandidaten wären gerne Kommissäre, hätten auch die Vorraussetzung mit viel Platz usw. aber nicht den Mut sich der Kommissärswahl zu stellen. Einer der Kandidaten musste sich sogar mit Scheidungsgedanken seiner Frau beschäftigen. Trotzdem versprachen alle beim Andingen am 1. Jänner anwesend zu sein.
Der Neujahrstag verlief ruhig wie immer und um 20 Uhr ging ich wie gewohnt in die Herberge zum Andingen. Der Maiersaal war zum Bersten voll und ich nahm in einer Nebennische Platz. Auch das Fernsehen war geladen um das große Ereignis festzuhalten. Mit ihren Kameras fuhren sie kreuz und quer durch den Saal. Dann begann die Zeremonie wie üblich. Zuerst wurde Prof. Valtiner vorgeschlagen, dann kam Alois Maier Reitersäge in Tamsweg an die Reihe dieser glaubte zu weit weg vom Schuss zu sein und schlug Kocher Richard vor. Dieser hatte keine Zeit da er für China 8 Tonnen Preberwurst machen musste. Nach langem hin und her wurde ich dann mit großer Aklamation zum Kommissär von Tamsweg gewählt. Die Junggesellen trugen mich zum Kommissärstisch und der scheidende Kommissär steckte mir das goldene Hufeisen an. Die Junggesellen und Bürgermusik holten inzwischen meine Gattin die von der ganzen Sache noch nichts wusste. Die Bürgermusik konnte wegen der großen Kälte nicht spielen und die Junggesellen machten sich durch Singen bemerkbar.
Sie öffnete die Haustüre und vernahm die Botschaft meiner Wahl. Meine Frau wurde in die Herberge getragen wo sie von den Vereinigten und mir mit großem Applaus zum Kommissärstisch gebracht wurde. Ich bedankte mich für die Wahl, die für mich und meiner Familie bedeutet. Nach Beendigung um ca. 23 Uhr begleiteten uns viele Vereinigte nach Hause, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

Montag 22.01.1990
Um 6 Uhr Früh war Tagwache, denn die ersten Gäste, Freunde und Verwandte kamen schon angereist. Um 8 Uhr Fototermin mit den Russentänzern und der Wache die ja bei Eintreffen der Ehrengäste schon ausgerichtet sein musste. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Ehrengäste Altkommissäre mit Gattinen und Jubilare wurden bei einem kalten Buffett gelabt. Geladene Gäste mit den Bürgermeistern von Lungau, es waren insgesamt 100 Leute nahmen anschließend auf der Ehrentribüne Platz und pünktlich um 11 Uhr begann der große Umzug. Die Perfektion, Farbenpracht und die Begeisterung sämtlicher Vereinigte kann in Schrift nicht wiedergegeben werden. Es war wieder ein Umzug den wir Vereinigte organisieren bauen und durchführen können. Es wurden ca. 12.000 Zuschauer gezählt, die natürlich mit Begeisterung den Ablauf verfolgten.
Das Abnehmen der Festwägen am Hauptplatz war für mich ziemlich anstrengend und ich war froh als mich die Russentänzer nach Hause begleiteten wo natürlich alle am Umzug beteiligten mit Speis und Trank versorgt wurden.

Vesper:
„Pünktlich um 20 Uhr brachten die Russentänzer mich und der Junggesellenpräsis meine Frau in die Herberge wo in alter Tradition die Vesper abgehalten wird. Verlesung der Wochenverrichtung und des Hirtenbriefes durch den Bischof Roderich des I. Abreißen des Hufeisens beim Altkommissär Haus Mayr und beschlagen des neugewählten Kommissärs.
Alle am Umzug beteiligten Gruppen kamen in Ihren Uniformen und Gewändern und es dauerte bis Mitternacht. Meine Frau und ich wurden von den Russentänzern und Altkommissären nach Hause begleitet.
Das Einschlafen war trotz Müdigkeit schwierig.

Dienstag Hoher Festtag
Laut Tradition wurde ich von Altkommissär Haus Mayr schon um 9 Uhr von zu Hause abgeholt und begaben uns zum Hauptplatz wo bereits die Aufstellung für den feierlichen Einmarsch in die Kirche begann. Es waren wieder hunderte von Vereinigten anwesend und alle lauschten der imposanten Predigt unseres Vereinigten Dechants Georg Neureiter. Nach dem Kirchgang wird im kleinen Saal der Herberge die Umlage einkassiert.
Um 12 Uhr wurde beim Einmarsch in den großen Saal die Prebermarsch gespielt. Wir begannen mit dem Essen. Es gab Leberknödelsuppe, Schweinsbraten oder Geselchtes mit Sauerkraut. Und pünktlich um 14 Uhr konnten wir im Sinne des Uhrzeigers mit dem Hausieren beginnen. Die Beteiligung beim Hausieren war so groß und ich musste bei sämtlichen Stationen nicht zu lange bleiben, da pünktlich um 8 Uhr der Ball begann.

Vereinigtenball:
Der Junggesellenpräses Herwig Huttegger eröffnete mit der Frau Kommissär um 20 Uhr den Ball. Es spielten die lustigen Tamsweger. Das Programm verlief folgend: Tanz der Russentänzer. Reiftanz der Vereinigten Junggesellen. Die zwei Frauengruppen ihre Darbietungen mit soviel Liebe und Können man glaubte eine Profigruppe von Schauspielern, Sängern und Liedermachern ist im Saal. Unser Bischof Roderich der I nahm um 23 Uhr die Einweihung der neuen Vereinigten vor. Dann wurde getanzt bis 4 Uhr Früh. Anschließend gingen die Junggesellen mit ihren Trommeln zum Tagrebell. Sie brauchen viel Kondition damit sie das gestrige Tag suchen erleben.

Maschgaratag 24. Jän. 90
Um 13 Uhr treffen sich die Kommissäre beim Gasthof Schintelmeister. Die Bürgermusik ist in der Maske eines „Kachelofens“ erschienen. Nach Abmarsch wurde zuerst die Bezirkshauptmannschaft besucht dann ging es gegen den Uhrzeiger weiter.
Nun in unseren Einkehrhäusern am Maschgaratag sind die Sparkasse und die Raiffeisenkasse. Wir hoffen das diese Einrichtung für immer bleibt. Die letzte Einkehr war ca. um 23 Uhr in der Herberge wo der noch Letzt anwesende Altkommissär seine Lanticio preisgibt. Müde aber voller Frohsinn kehre ich um 4 Uhr Früh begleitet von einigen Altkommissären nach Hause.
1991

Nach Zusammenkunft um 19:30 Uhr in der Herberge betraten die Kommissäre und Funktionäre pünktlich unter den Klängen des Prebermarsches den Saal. Es galt ja einen neuen Junggesellenpräses zu wählen. Nach den neuen Statuten wird der Junggesellenpräses jetzt auch alle 3 Jahre gewählt. Nach verschiedenen Vorschlägen kam die Wahl auf:
Bernhard Lettmayer

Er nahm die Wahl an und er wurde von den Junggesellen mit Jubel empfangen. Um 23 Uhr begleiteten mich noch viele Vereinigte nach Hause. Es wurde noch bis 6 Uhr früh gesungen, diskutiert und gefeiert.

Vesper:
Die Vesper verläuft nach gewohnten Rhythmus. Nach eintreffen der Junggesellen wird der Bärentanz zu Ehren des Kommissärs, Altkommissären und allen Vereinigten getanzt.
Unser Bischof verliest die Wochenverrichtung und den Hirtenbrief. In diesem Hirtenbrief bedachte er die Opfer des Golfkrieges. Auch das Fest der Vereinigten musste bereits in der Vergangenheit mehrmals wegen der Kriegswirren der Weltkriege entfallen und der Bischof bittet uns inständig innerhalb der des Vereinigten nicht nur während der Oktav in Frieden zusammenleben.

Hoher Festtag:
Kirchgang, Umlage bezahlen dann zum Festmahl das sind Stationen die sich alle drei Jahre wiederholen. Eins möchte ich dazu bemerken. Das mitnehmen der Junggesellenkerze in die Kirche ist eine Aufwertung unserer Festlichkeit. Vor dem Bruderschaftsmahl habe ich noch die Ehre unseren an Kommissärsjahren älterster Altkommissär Josef Lüftenegger den von Mels Coloredo gestifteten Ehrenring zu überreichen.
Diesen Ring behält der Kommissär bis zu seinem Ableben und wird dann dem nächst Ältersten wieder überreicht. Das Hausieren, Ball und Tagrebell werden in bewährter Form durchgeführt.
Der neue Junggesellenpräses Bernhard Lettmayer organisierte und führte die Junggesellen zum gestrigen Tagsuchen und Geldbeutelwaschen.
Die Oktav endete mit dem Abroaten am 1. Fastensamstag.

1992

Andingen in gewohnter Weise am 1. Jänner. Es waren wieder viele Mitglieder gekommen um mit uns die Oktav 1992 zu beginnen. Nach der Begrüßung begann die übliche Zeremonie. Es wurde gefragt ob wir überhaupt einen Vereinigten abhalten. Dann wurde beschlossen dass die Festwoche am 20.01.1992 beginnt. Anschließend wurde mit den Herbergsleuten Gusti und Hermann Maier Essen und Preis für das Mahl besprochen. Dann wurde es wieder spannend, denn nach dem Rücktritt unseres Leviten Kurt Melchard mussten wir wieder einen neuen Leviten wählen.
Die Wahl verlief spannend und aus den Reihen der Vereinigten wurde einer der bekanntesten Musikanten Matthias Siebenhofer „vlg Kracherhias“ zum neuen Leviten gewählt. Ich glaube wir haben mit Hias einen guten Griff getan und alle anwesende Vereinigte bekundeten dies mit einem kräftigen Applaus.

Hoher Festtag:
Altkommisär Haus Maier und ich holten um 9.30 Uhr unseren lieben Vereinigten Landeshauptmann Hand Katschtaler und Bezirkshauptmann Robert Kissela in dessen Wohnung ab und gingen gemeinsam zum Hauptplatz wo die Aufstellung für den feierlichen Kirchgang begann.
Nach Einmarsch in die Kirche begann Pfarrer und Ehrenbischof Valentin Pfeiffenberger mit der heiligen Messe die er mit Ernst und trotzdem heiter und besinnlich zelebrierte. Nach dem bezahlen der Umlage begeben wir uns in den Saal wo pünktlich nach einem Tischgebet von Pfarrer Pfeiffenberger mit dem Essen begonnen wird. Nach dem Essen steckte ich zum Zeichen seiner Würde unseren Vereinigten Syndikus Haus Mrak ein eigens dafür entworfenes Hufeisen an.
Um 14 Uhr begannen wir mit dem Hausieren und waren pünktlich um 20 Uhr in der Herberge wo die Musikband „Sundrops“ schon mit Ihren Melodien auf uns warteten.
Es dauerte wieder bis in den frühen Morgen und die Junggesellen mit den noch übergebliebenen Freundinnen begaben sich zum Tagrebell.

Maschgara:
Die Maskierung des Bischofs und deren Leviten und mit machen die Frau Kommissär vor. Sie machte aus uns „Bettelmönche“. Nach gewaltiger Schminkung durch Frau Friseurmeister Gschwentner gingen wir zum Ausgangslokal bzw. Startlokal Gasthof „Koller“. Es waren wieder viele schön maskierte Gruppen unterwegs. Was den Maschgaratag wieder aufwertet ist, das fast jede Gruppe eine kleine Vorführung macht.
Ca. um 23 Uhr kommen wir in die Herberge wo bis in den frühen Morgen die Vorführungen weitergehen.