ommissär Gerhart Bernhofer 1993 - 1995
   

geboren am 11. August 1941

verheiratet seit 10. Juni 1972 mit Helga, geb. Zechner

Beruf: Malermeister
Kinder: Andrea

1993

Andingen: Gegen Abend fasste ich den Entschluss, die Herberge aufzusuchen. Meiner lieben Frau Helga dies mitteilend, es stieß auf wenig Gegenhilfe, wurde ich beim Eintritt in den Maiersaal schon von allen Anwesenden stürmisch begrüßt. Nach dem Eintritt der Kommissäre begann also bald die Wahl:
Wechselreden wurden geschwungen es war eine wahre Ohrenweide zuzuhören, bis bald mein Name ins Gespräch kam, und ehe ich mich übersah, der Jubel und Applaus nicht mehr endete, man nahm meine Gegenargumente nicht mehr zur Kenntnis, und der Vereinigte zu Tamsweg hatte mich zum neuen Kommissär gewählt. Wie sollte ich dieses hohe Amt, diese schwere Würde tragen?
Nach dem Überreichen des goldenen Hufeisen durch den scheidenden Kommissär Franz Fritz war ich aber sehr ergriffen über diese traditionelle Amtshandlung und freute mich über die allgemeinen, langanhaltenden Gratulationen.
Nach dem Erscheinen meiner Frau Helga, welche die Junggesellen mit der Musik einholte hielt ich meine Fest- und Dankesrede im traditionellen Sinne und der Festlegung der Festwoche wurden meine Frau und ich in Begleitung vieler Vereinigter von der Bürgermusik nach Hause gespielt und wurde bei mir zu Hause bis in den frühen Morgen noch gefeiert. Die Zeit bis zur Festwochewar eine „Schöne“ es wurde mir sehr viel Achtung entgegengebracht, alles zusammen die große Freude.

Montag, 25.01.1993
Der große Festzug zu meinen Ehren war eine Augen und Ohrenweide. Viele schöne Festwagen fuhren vor. Was man sich alles ausgedacht gebaut und zusammen gereimt hatte, handwerklich, ja sogar künstlerisch, es war eine Pracht. Alle Festgäste, an der Spitze der Landeshauptmann Katschthaler mit Gattin, Schützenobrist Egger u.v.a. Mann konnte sich an diesem Feuerwerk an Ideen kaum satt sehen. Die Geistlichkeit mit den Leviten vor ebenso zugegen. Nochmals allen Teilnehmern meinen aufrichtigen Dank. Wir hatten an diesem Tage in meiner Herberge ca. 900 Portionen zu servieren, mein Bruder Werner hatte alles gekocht, meine Schützenkameraden machten das Service es funktionierte bestens. Allen ein aufrichtiges Vergelts´Gott.
Am Abend der Vesper, der Maiersaal war brechend voll klang dieser für mich wohl besonders schöner Tag mit dem annageln des Hufeisens an meinen Schuh aus. Meine Frau und ich wurden von den Russentänzern und den Altkommissären nach Hause begleitet, getreu nach unserem Motto „Bleib treu dem alten Sitten“.
Hoher Festtag:

Viele festlich gekleidete Vereinigte und Junggesellen gingen mit mir unter Vormarsch der Bürgermusik in die wunderschön dekorierte Kirche, wo Hr. Dechant Georg Neureiter – ein großer Vereinigter – die hl. Messe zelebrierte. Bekannt waren seine Predigten es waren philosophische Hochgenüsse.
Anschließend Einmarsch in die Herberge mit folgendem Bruderschaftsmahl.
Am Nachmittag beim „Hausieren“ waren sehr viele Vereinigte dabei, ich genoss es, Kommissär zu sein. Im Uhrzeigersinn fanden wir uns am Abend im Maiersaal ein zum Ball, welcher sehr gut besucht war. Die beiden Damengruppen machten fantastische Vorstellungen, die Russentänzer tanzten ihren schon traditionellen Tanz, ebenso die Volkstanzgruppe der Junggesellen machte ihre Aufwartung – alles war wunderschön, mit ging alles zu schnell zu Ende.

Maschgeratag: 27.01.1993
Großartige kostümierte Gruppen waren wieder unterwegs, eine wahre Augenweide, Tamsweg kann sich glücklich schätzen, so einen Vereinigten zu haben:
„Er bete alle Zeit hoch“
Dieser Tag klang spät nachts in der Herberge aus. Gerade deshalb wurde am Donnerstag von den Junggesellen der „Gestrige Tag“ vehement gesucht, auch in meiner Herberge – ob er gefunden wurde, ich konnte es nie in Erfahrung bringen. Mit dem Geldbeutelwaschen am Freitag klang dann die Festwoche, welche ich wohl nie vergessen werde aus.

1994

Andingen: Feierlicher Einzug in den vollbesetzten Maiersaal nach den Klängen des Prebermarsches mit allen liebwerten Altkommissären, der Geistlichkeit und den Funktionären. Nach meinen Glückwünschen zum Jahreswechsels kamen wir zum Höhepunkt des diesjährigen Andingen – der Wahl des neuen Junggesellenpräses. Bernhard Lettmayer welcher mit im 1. Jahr treu und sehr beflissen zur Seite stand, trat von mit hoch bedankt, ab. Zum neuen Präses wurde Max Kandolf gewählt. Mit der Bitte um gleiche Loyalität mir gegenüber, wurde er ins Amt eingeführt. Ebenso galt es, einen neuen Leviten zu wählen, da der Säckellevit, August Schedlbauer aus Altersgründen ausschied. Ein lituriertes Dankeschön an Levit August für seine geleistete Arbeit im Dienste des Vereinigten. Zu seinem Nachfolger wurde Norbert Gradnitzer, Chef des Finanzamtes gewählt. Er übt seine neue Tätigkeit gut aus. Das Andingen klang im besten Sinne des Vereinigten wiederum aus.

Der Ball:
Im festlich geschmückten Maiersaal wurde in traditioneller Weise der Vereinigten Ball abgehalten. Der Höhepunkt des diesjährigen Balles war der Eröffnungstanz des neugewählten Präses mit der Frau Kommissär. Alles war bestens in Stimmung, der Ball wurde um 04:00 Uhr Früh beendet.

Maschgeratag:
Bestes Vereinigtenvolk war wiederum um 13:00 Uhr beim Kollerwirt versammelt und ich das Zeichen zum Aufbruch gab. Es war wiederum ein Maschgeratag nach alter Sitte im entgegengesetzten Uhrzeigersinn. Die einzelnen Gruppen übertreffen sich im Einfallsreichtum, man kann sagen jede Aktion wäre filmreif. Danken wir unseren Vorgängern, welche solche Voraussetzungen geschaffen haben!
Leider ließen unsere Altkommissäre Ehrenreich und Gappamaier aus Gesundheitsgründen am Maschgeratag aus.

1995

Andingen: Mein letztes sichtliches Aufbäumen. Ein Jahr noch als Kommissär. Der Einmarsch in den vollen Maiersaal war wiederum überwältigend. Ich fühlte immer stärker, die stille Zuneigung, welche mit entgegengebracht wurde, die Achtung, kaum zu beschreiben.
Dieser großartigen Bruderschaft vorzustellen, entschädigt alles Mühen.
Altkommissär Karl Kandolf war noch dabei. Vor seiner 2. Operation. Er war voll guter Hoffnung und wurde auch in diesem Sinne von uns verabschiedet. Welch Schicksal – wir sollten ihn nicht mehr sehen. Er starb nach dem 2. Eingriff.
Die Festwoche wurde auf den 17. Jänner festgesetzt.

Hoher Festtag:
Die Junggesellen mit ihrer Kerze abwartend marschierten wir mit der Bürgermusik zur Kirche. Es gibt nichts festlicheres. Dechant, Mansignore Neureiter zelebrierte mit Peter Unkelbach die hl. Messe, wohl dabei auch unser „Großer Bischof“ Valentin – klerikale Höhepunkte jedes Mal auch dabei, wie immer, unser Landeshauptmann, Hans Katschtaler, ein gern gesehner Vereinigter.
Nachmittag, nach Beendigung des Bruderschaftsmahles „Hausieren“, ein gesellschaftliches Ereignis. Auch kleine Streitigkeiten, teilweise alter Natur geschlichtet. Alles wiederum „Paletti“ Einfach herrlich.

Maschgeratag:
Zusammengeschrumpft auf ein kleines „Häuflein“, schließlich fehlten unserer Gruppe nahe allenfrühen Tod, 3 der besten Kommissäre wie Josef Ehrenreich, Peter Gappmaier und Kandolf Karl. Die Stimmung war getrübt, es kam keine sonderliche Freude auf, beendeten den Maschgeratag wie gewöhnlich in der Herberge.
Ernährenswert: Die jeweiligen Maschgeragruppen werden alle Jahre besser und schöner, die Vorführungen sind allesamt sehenswert.
Gestrigen Tag suchen – wie immer eine schöne „Sache“ für die Junggesellen. Gesucht wird natürlich alles, besonders der „Gestrige-Tag“, werden natürlich auch Mädchen gefunden sind auch jenen besondere Aufmerksamkeit ein Teil.
Anschließend wurden am Freitag die Geldbeutel wieder gesäubert und in traditioneller Weise gewaschen.
Immer wieder wurden während der vergangenen Jahre Stimmen laut, die Vereinigtenfahne, durch eine Neue zu ersetzen. So fasste ich den Entschluss, dies während meiner Kommissärszeit zu tun. Nach etlichen Fahrten zur Firma Ridion in Ried/Innkreis habe ich eine Vereinigtenfahne machen lassen, welche sich nicht schämen braucht, und allen voran getragen zu werden. Die Bilder beidseitig malte Herr Werner Düruberger, Kunstmaler in Bundschuh. Alles in allem ein fantastisches wunderschönes Werk. Meine Frau, Helga Bernhofer stand bei der Weihe der Fahne, als Fahnenmutter zur Seite. Allen Spendern ein herzliches Vergelts-Gott!