ommissär Josef Ehrenreich 1975 - 1977
   

geboren am 26. März 1924 als Sohn des Johann Ehrenreich, Forstarbeiter in Einach, und seiner Frau Antonia

verheiratet seit dem 30. Juli 1949 mit Elfriede, geb. Rottensteiner in Stadl an der Mur

Beruf: Bau- und Zimmermeister
Kinder: Edith, Antonia, Irene, Angelika

1975

Liebwerte Vereinigte zu Tamsweg!
Der Neujahrstag ist für alle Vereinigtenmitglieder immer ein besonderer Tag im Ablauf des Vereinigtenjahrs. Jedes dritte Jahr ist ein neuer Kommissär zu wählen. Es war daher am heurigen Andingen schon großes Interesse.
Schon der Zugang zur Herberge war ungewohnt. Der Herbergsvater Franz Zitz, Grössingbräu, konnte die Herberge der Vereinigten nicht mehr übernehmen, da verschiedene Baumaßnahmen notwendig gewesen wären. Die Familien Johann und Franz Zitz waren vom 1. Jänner 1939 Herbergsväter, ihnen und den Herbergsmüttern wurde herzlich gedankt für die 37-jährige Beherbergung der Vereinigten.
Der große Maiersaal war bis auf den letzten Sessel besetzt. Es war eine nette Stimmung. Um 20 Uhr traf der Herr Kommissär Gappmayer mit den Altkommissären und Bischöfen ein, und die Tagesordnung nahm ihren Anfang. Die Bürgermusik mit Kapellmeister Haller war vollzählig angetreten.
Hierauf wurden die neuen Herbergsleute gewählt und ersucht, den Vereinigten ihren Gasthof als Vereinigtenherberge zur Verfügung zu stellen. Herr Maier Karl versprach, das Amt des Herbergsvaters mit Umsicht und Würde zu tragen.
Nach altem Brauch wurde meine Frau von den Junggesellen mit der Bürgermusik abgeholt und als Frau Kommissär in die Herberge geleitet. Die Überraschung bei meiner Frau war groß, und sie brauchte etliche Zeit, um diese zu verkraften. Der Einzug der Frau Kommissär in die Herberge ist bestimmt für jede Frau eine kleine Aufregung, da ja nur Männer anwesend sind und sie die einzige Frau ist.
Bei meiner Antrittsrede dankte ich für das entgegengebrachte Vertrauen und gab das Versprechen ab, den Vereinigten zu Tamsweg genau nach den aufliegenden Statuten zu führen und als Vater Kommissär vorzustehen.
Die Vesper wurde um 20 Uhr in der Herberge abgehalten. Durch den Festzug sind die meisten Mitglieder angeregt und es war eine echte Vorfeier. Vorerst wurde der neue Weihbischof Valentin I. vom Erzbischof Otto I. eingeweiht. Diese Zeremonie wurde in der Form gestaltet, dass Valentin I. einzeln mit den bischöflichen Gewändern bekleidet wurde. Weiters wurden vom neuen Bischof die Herbergsleute Karl und Anna Maier, sowie Levit Kurt Melchart, Mittelschulprofessor, mit den Weihen für ihre Ämter versehen..

1976

Andingen: Auch im heurigen Jahr stand eine Wahl bevor. Präses Kocher legte sein Amt zurück. Somit waren die Junggesellen ohne Führung, aber man schritt sofort zur Neuwahl. Kandidaten waren genügend vorhanden. Nach längerem Für und Wider wurde als Präses Karl Maier jun. (Sohn des Herbergsvaters) gewählt. Gleichzeitig wurde beschlossen auch das Amt des Präses auf 3 Jahre zu begrenzen.

Festtag

Für die Leistungen des Kapellmeisters Christian Haller, die er und die Bürgermusik für die Vereinigten erbringt, überreichte ich Herrn Haller das Silberne Hufeisen. Dem Weihbischof Valentin I. wurde ebenfalls das Silberne Hufeisen mit Bischofsstab angeheftet. Nachmittags Hausieren mit Musik und Junggesellen.

1977

Durch den Tod von Altkommissär Kandolf ist nun Altkommissär Richard Tarmann der rangälteste Kommissär geworden. Ich überreichte den Ehrenring Herrn Tarmann mit der Bitte, denselben in Ehren zu tragen. Der Vereinigten Syndikus Dr. Rudolf Simmel feierte am 21.1. seinen 75. Geburtstag. Für seine Verdienste im Vereinigten überreichte ich ihm eine Urkunde mit Festschrift.
Der 3. August war für uns Vereinigte wohl ein Trauertag. Um 19. Uhr verstarb unser Erzbischof Otto I. durch ein plötzliches Herzversagen. Er stand im 78. Lebensjahr und war bei den Vereinigten und beim Bürgertag sicherlich immer ein beliebter humorvoller Freund. Bei der Verabschiedung habe ich ihm für sein stetes Vorbild, für seine bischöfliche Tätigkeit gedankt. Er war uns allen ein guter Freund.